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Bundesversammlung 2010

Wahlmann: Die Zweite

Wahlmann: Die Zweite

Bereits zum zweiten Mal in seiner Amtszeit hatte der Bürgermeister von Niederdorfelden, Matthias Zach die Ehre, als vom Hessischen Landtag gewählter Wahlmann an der Bundesversammlung zur Wahl des Bundespräsidenten teilzunehmen.

Diese Wahl fand am 30. Juni 2010 in Berlin im Reichstag statt.

Der überraschende Rücktritt von Bundespräsident Horst Koehler hatte ja innerhalb von 30 Tagen eine Neuwahl notwendig gemacht. Für die Regierungsfraktionen stand Christian Wulff zur Wahl, die Oppositionsparteien Grüne und SPD hatten Joachim Gauck als Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten nominiert. Die Linken Luc Jochimsen.

« Ich hatte schon bei der ersten Wahl 2009 die Hoffnung, es gäbe die Chance auf einen Richtungswechsel, aber mit Joachim Gauck stand aus meiner Sicht jemand zur Wahl, der nicht nur Ruckreden gehalten hätte, wie Roman Herzog, sondern der diese Reden gelebt und dem auch die Bevölkerung gefolgt wäre », begründete Zach seine Wahlhaltung.

 

Die Stimmung in der Bevölkerung sowie bei den hessischen, aber auch bei allen von den Grünen benannten Wahlfrauen und Wahlmännern sei deshalb bei der vorbereitenden Sitzung am 29, Juni im Reichstag auch sehr fröhlich und aufgeräumt gewesen, so Zach, Wir alle hatten die Hoffnung, es könnte klappen und wir am 30,Juni einen Bundespräsidenten erhalten, der parteiunabhängig sein Amt wahrnehmen würde, so Zach weiter.

 

Nach einem sog. Zählappell am Morgen des 30. begaben wir uns also um kurz vor 12:00 Mittags in den Plenarsaal des Reichstages. Nach einer kurzen Ansprache von Bundestagspräsident Lammert, in der er noch einmal sein Unverständnis über den Rücktritt Koehlers äusserte und die Verantwortung dieses Amtes beschwor, begann der 1, Wahlgang zur namentlichen Abstimmung,

Es herrschte eine absolute Spannung, der ungläubiges Staunen folgte, als das Ergebnis bekannt gegeben wurde, Wulff hatte nur 600 Stimmen erhalten, Gauck 499, Jochimsen 126.

 

Nicht nur, dass damit etwa 44 Wahlleute aus den Reihen der CDU,CSU und FDP ihre Stimme Wulff verweigert hatten, die Wahl Gaucks hätte mit den Stimmen der Linken direkt im ersten Wahlgang klappen können.

« Allen war danach sofort klar, jetzt gibt es noch einen dritten Wahlgang und es wird ein langer Tag, dessen Ergebnis am Ende nicht klar ist. Die Alternativen waren klar, die Fragen auch.Gauck oder Wulff?  Wollten die Wahlleute aus den Reihen der Regierungsparteien nur ihr Mütchen kühlen oder wirklich unabhängig wählen?

 

Der 2. Wahlgang brachte immer noch keine genaü Klarheit über das Verhalten dieser Wahlmänner und Wahlfraün. Es gab allerdings eine Tendenz. Die Ansprachen und die eindringlichen Beschwoerungen in den Versammlungen der CDU/CSU und FDP Wahlleute zeigten erste Reaktionen. « Wenn unser Kandidat, so dachte ich und alle, noch eine Chance haben sollte, unser Präsident zu werden, dann müssen jetzt wieder Gespräche mit den Linken geführt werden ».

 

Dies übernahmen dann aus unseren Reihen Renate Künast, Claudia Roth, Jürgen Trittin, Volker Beck und Frau Hamm-Brücher. Die Unterredung dauerte lange und war ernüchternd: Die Linke werde ihr Kandidatin zwar zurück ziehen, aber sich komplett enthalten.

 

So ging denn der 3. Wahlgqng zudem noch mit einer Überraschung aus: Christian Wulff wurde mit absoluter Mehrheit von 625 Stimmen gewählt und ist 10. Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland. Gauck hatte zwar weniger Stimmen, aber es war mehr als ein Achtungserfolg.

 

Was bleibt? Dankbarkeit, eine solche Ehre erfahren zu haben, die Gewissheit, einen absolut guten Kandidaten unterstützt zu haben, Ärger über Linke, die enthaltend einen Kandidaten tolerieren, den sie auf keinen Fall haben wollten und die Erwartung an den neuen Präsidenten, uns zu enttäuschen: Also nicht parteipolitisch zu arbeiten!

Zach bei der Stimmabgabe
...grüner Kreisbeigeordneter für den MKK!